Die verhasste Tonleiter Teil 2

by Stefan Maus

Ich hoffe, Sie sind gut vorangekommen mit den zugegebenermaßen etwas trockenen Übungen, jedoch sind sie ein ausgezeichnetes Mittel, die Geläufigkeit und Intonation deutlich zu verbessern.
Heute schauen wir uns den noch fehlenden Teil unserer B-Dur Tonleiter auf einer Saite an. Beginnen wir dieses Mal mit den gebrochenen Terzen:

flesch13.jpg

Auch hier sollten wir eine Wiederholung einsetzen, genau wie bei den vergangenen Dreiklängen.
Danach verdoppeln wir nach dem bekannten Muster:

flesch14.jpg

Der Fingersatz ist selbstverständlich auch hier identisch. Ich habe lediglich des Platzes und der Übersichtlichkeit wegen darauf verzichtet.
Nach ein paar Wiederholungen können wir auch hier wieder verdoppeln:

flesch15.jpg

Wenn Sie nach einiger Zeit fit genug sind, können Sie auch hier wieder eine weitere Verdoppelung einbauen. Aber denken Sie bitte daran, das Metronom trotzdem ca. 56 – 66 zählen zu lassen.
Nun kommt der letzte und für viele auch der schwierigste Teil – die chromatische Tonleiter:

flesch16.jpg

Im Original wurde leider darauf verzichtet, den Fingersatz komplett abzudrucken. Ich habe das hier nachgeholt, um das System deutlich zu machen.
Wenn Sie die Chromatik üben, achten Sie bitte darauf, beim ges bzw. fis in die fünfte Lage zu gehen. Andernfalls ist die Gefahr groß, dass Sie in vermeidbare Intonationsprobleme geraten.
Nach einer Wiederholung verdoppeln wir:

flesch17.jpg

Das ist schon schwieriger, da wir relativ selten mit chromatischen Tonleitern konfrontiert werden und daher nicht so geübt sind, diese auch in angemessener Qualität zu spielen.
Wenn Sie einige Wiederholungen hinter sich haben, verdoppeln Sie weiter:

flesch18.jpg

Hier müssen wir eine kleine Veränderung im Strich vornehmen. Um die Wiederholung im Abstrich spielen zu können, müssen wir wohl oder übel drei Taktschläge auf einen Bogen spielen, anders als die gewohnten zwei bzw. vier Schläge.

Die ganze Aktion sieht auf den ersten Blick nach einem immensen Zeitaufwand aus. Normalerweise sollten Sie aber in etwa zehn Minuten mit der A-Saite durch sein und können sich z.B. an die Doppelgriffe wagen oder aber gleich die nächste Saite in Angriff nehmen.
Wir gehen bei Flesch in der Regel lagenweise nach oben. Angefangen haben wir in der ersten Lage, folgerichtig kommt jetzt die zweite Lage an die Reihe. Das wäre in diesem Fall die G-Saite, da wir dort mit dem ersten Finger auf dem B beginnen:

flesch19.jpg

Wir gehen dabei genauso vor wie in diesem Teil und in Teil 1 beschrieben. Wenn wir diesen Teil beendet haben, kommt der nächste Teil. In der dritten Lage beginnen wir bei B-Dur nicht, dafür aber in der vierten Lage, auf der E-Saite:

flesch20.jpg

Nach unserem bewährten Muster gehen wir durch die Tonleiter, die Dreiklänge, die gebrochenen Terzen und die Chromatik.
Als letztes behandeln wir die fünfte Lage. Dort beginnen wir auf der D-Saite und gehen genauso vor wie in den anderen Versionen:

flesch21.jpg

Bei den gebrochenen Terzen gelangen wir auf diese Weise immerhin schon in die – theoretisch – 11. Lage, was die ganze Aktion schwierig gestaltet, wenn es um Intonation in den schnellsten Teilen geht.
Nehmen Sie sich dafür Zeit! Sie werden einen gewaltigen qualitativen Sprung machen und Ihre Sicherheit in den oberen Lagen erheblich verbessern.

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