Ich werde immer wieder von Schülern angesprochen, die entweder eine Aufnahmeprüfung absolvieren möchten oder aber ihr musiktheoretisches Schulwissen bereichern wollen und nicht wissen, wie sie diese Aufgabe angehen sollen.
Gerade im schulischen Musikunterricht gibt es große qualitative Unterschiede. Da gibt es Schulen, die ihren Schülern ein derart weitreichendes Wissen vermitteln, das sie quasi aus dem Stand eine Aufnahmeprüfung bestehen würden. Dann wieder erlebe ich, dass der Musikunterricht mehr oder weniger daraus besteht, gemeinsam CDs der Beatles anzuhören (warum gerade die Beatles?) und danach die Schüler wieder in die nächste Stunde zu entlassen. Manchmal drängt sich mir der Gedanke auf, es gehe den Lehrern lediglich darum, 45 Minuten lang ihre Ruhe zu haben, und dann wird der CD-Spieler angestellt.
Ich weiß nicht, warum das so ist, es ist meines Erachtens auch nicht Aufgabe dieser Serie, das herauszufinden. Ich möchte mit meiner Serie über Musiktheorie versuchen, den schulischen Musikunterricht zu ergänzen und das theoretische Basiswissen zu vergrößern, so dass wir im Laufe der Zeit innerhalb dieser Folgen in etwa das Pensum erarbeiten, das für eine Aufnahmeprüfung erforderlich ist.
Dabei dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass die Voraussetzungen für jeden Menschen unterschiedlich sind. Der eine hat gerade Noten gelernt, der andere hat erst Schwierigkeiten, wenn es darum geht, eine harmonische Analyse mit einem verkürzten Dominantseptnonenakkord zu erstellen.
Ich setze in dieser Serie voraus, dass die Leser in der Lage sind, Noten zu lesen. Sie sollten auch rhythmische Grundkenntnisse mitbringen, den Unterschied zwischen halben und Achtelnoten kennen, also das, was im allwöchentlichen Instrumentalunterricht ohnehin zum “guten Ton” gehört.
Ferner ist es wichtig zu wissen, dass für eine etwaige Aufnahmeprüfung auch im theoretischen Bereich jede Menge Übung dazugehört. Wir werden das später sehen, wenn wir uns mit einfachen und erweiterten Kadenzen beschäftigen. Es ist zwar sehr schön, wenn der Prüfling weiß, wie ein kadenzierender Quartsextakkord auf dem Papier aussieht, aber er sollte ihn auch innerhalb einer Kadenz auf dem Klavier spielen können. Und das ist etwas, was niemand ausschließlich theoretisch erlernen kann.
Beginnen wir unsere Serie und kümmern uns um
die Intervalle
Wenn wir zwei Töne zueinander in Beziehung setzen, sprechen wir von einem Intervall. Das ist nichts anderes als der Tonabstand, also wie weit die beiden voneinander entfernt sind. Dabei ist es egal, ob sie gleichzeitig oder nacheinander gespielt werden.
Die Intervalle basieren auf der diatonischen Tonleiter, also dem Tonmaterial, das auch in der Tonart, in der wir gerade unterwegs sind, enthalten ist. Jeden Ton in dieser Tonleiter (auch Stammtöne genannt) können wir auch als Stufe bezeichnen, und das macht die Angelegenheit viel leichter.
Bei der Berechnung werden der erste und auch der letzte Ton mitgezählt.
Mein Freeware-Notendruck-Programm bietet leider nicht die Möglichkeit, dieselbe Note “c” als Doppelton zu schreiben. Im ersten Takt stehen also eigentlich zwei “c” nebeneinander. Ich bitte um Verständnis.

Die Bezeichnungen lauten:
I = Prime
II = Sekunde
III = Terz
IV = Quarte
V = Quinte
VI = Sexte
VII = Septime
VIII = Oktave
Weiter auseinander geht es natürlich auch. Für uns interessant sind noch die nächsten vier Stufen
Die Bezeichnungen lauten hier:
IX = None
X = Dezime
XI = Undezime
XII = Duodezime
In der nächsten Folge beschäftigen wir uns mit reinen, kleinen, großen, verminderten und übermäßigen Intervallen.
Bis dahin: Fröhliches Auswendiglernen!
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