Es gibt unterschiedliche Kategorien von Intervallen. Wir haben einmal reine Intervalle, dann gibt es die Grundformen der großen und kleinen Intervalle und zum Schluss die alterierten Intervalle, also verminderte und übermäßige Abstände.
Prime, Quarte, Quinte und Oktave sind in der Grundform reine Intervalle.
Sekunde, Terz, Sexte und Septime können als große und kleine Intervalle erscheinen.
Das halbtönige oder auch chromatische Erhöhen oder Erniedrigen der Intervalltöne wird als Alteration bezeichnet. Wenn diese Intervalle chromatisch erweitert werden, bezeichnen wir das als übermäßig, wenn die Intervalle verengt werden, nennen wir das vermindert.
Das übermäßige Intervall entsteht durch chromatische Alteration von reinen und großen Intervallen, vermindert wird der Abstand bei reinen und kleinen Intervallen.

v. 5 bedeutet dabei verminderte Quinte, r. 5 ist die reine Quinte, kl. und gr. entspricht der kleinen und großen Terz.
Eine Sonderstellung bei den Intervallen nimmt der Tritonus ein. Der Name bedeutet eigentlich Drei-Ton oder Drei-Töner. Er besteht aus drei Ganztonschritten. Für unsere Intervalle heißt das, der Tritonus ist entweder eine übermäßige Quarte oder eine verminderte Quinte.
Woher wissen wir jetzt, ob wir eine übermäßige Quarte oder eine verminderte Quinte vorliegen haben?

Interessant für uns sind die sogenannten Stammtöne. In beiden Fällen haben wir einen Tritonus. Der erste hat die Stammtöne c und g, also ursprünglich eine Quinte, die durch die chromatische Erhöhung des c zum cis zu einer verminderten Quinte wird.
Im zweiten Fall lauten die Stammtöne c und f, also eine Quarte, wobei f zum fis erhöht wird. Damit ist das Intervall immer noch eine Quarte, allerdings eine übermäßige.
Diese Methode, die Intervalle über die Stammtöne zu berechnen, ist die sicherste. Man könnte in unserem ersten Beispiel dieses Teils 2 unserer Musiktheorie die verminderte Terz rein vom Klang auch als große Sekunde deuten. In dem Fall müssten die Töne cis und dis lauten. Oder des und es. Erst die Umdeutung des des zum cis macht dieses Intervall zu einer verminderten Terz, denn damit lauten die Stammtöne c und e, also eine Terz.
Schauen wir uns zum Abschluss dieses Teils noch einmal unser Intervall-Schema aus dem ersten Teil an:

Wir können jetzt die Informationen über die Intervalle erweitern:
I = reine Prime
II = große Sekunde
III = große Terz
IV = reine Quarte
V = reine Quinte
VI = große Sexte
VII = große Septime
VIII = reine Oktave
Im nächsten Teil werden wir einige Notenbeispiele anschauen, um die Intervalle zu bestimmen.
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