Wie übe ich schnelle Passagen? Teil 3

by Stefan Maus

Wie bereits in Teil 2 angekündigt, wenden wir uns nun schwierigeren Problemen der Geläufigkeit zu. Zu diesem Zweck habe ich einen kleinen Aufgang aus dem ersten Satz des Violinkonzerts von Sibelius herausgesucht:

Sibelius1
Im Original notiert sind Sextolen, auch hier bin ich wieder an die Grenzen meines Freeware Notationsprogramms gestoßen. Wir müssen leider mit Triolen vorliebnehmen.

Wie wir sehen, greifen die bisherigen Übungen nicht wirklich bei einem kurzen Aufgang. Bis wir uns im Rhythmus eingependelt haben, ist der Lauf auch schon wieder vorbei.

Ich setze bei den folgenden Übungen voraus, dass die Intonation bereits sitzt und die Lagenwechsel einzeln geübt wurden. Wir rollen den Lauf jetzt quasi von hinten auf und fangen nach dem letzten Lagenwechsel an:
Sibelius2
Hierbei gilt wie immer: Originalstrich und korrekter Fingersatz. Diese drei Töne werden im Tempo gespielt. Nicht wesentlich langsamer. Wenn es Intonationsprobleme gibt, müssen die Töne noch weiter einzeln auf Sauberkeit geübt werden.
Wenn dieses Fragment klappt, erweitern wir nach vorne:
Sibelius3
Wir starten jetzt beim Lagenwechsel davor, also auf dem Cis. Wieder auf den richtigen Strich achten und das Originaltempo wählen.
Danach geht es weiter, in dem wir wieder ein Stückchen “drankleben”:
Sibelius4
Wir beginnen abermals nach einem Lagenwechsel, um eine gewisse Struktur in die Übeweise hineinzubekommen, dieses Mal auf dem D, also in der dritten Lage.
Wenn wir recht sicher diese Folge spielen können, erweitern wir den Lauf zum letzten Mal:
Sibelius5
Somit haben wir, bis auf die ersten beiden Töne, den kompletten Lauf auf eine andere Weise geübt, als wir normalerweise herangehen würden. Genau das ist es aber, was den Übeeffekt ausmacht:
Wir müssen das Gehirn beschäftigen, nur so lernen wir.

Viel Vergnügen beim Ausprobieren!

Technorati Tags: ,

Share and Enjoy:
  • E-mail this story to a friend!
  • Print this article!
  • StumbleUpon
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • blogmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • TwitThis

Related posts

{ 1 comment… read it below or add one }

Stephan January 13, 2012 at 17:39

Wow, das ist ja echt genial! Ich bin E-Gitarrist und kann einiges aus den Übetechniken für mich verwenden.
Zwar war mir das Üben in kleinen Ausschnitten schon bekannt, aber aus Sechzehnteln Achtel im 3/8 Takt zu machen ist echt genial.

Macht mehr Spaß, fordert einen und übt ganz nebenher noch ternäre Rhythmen mit Unterteilungen.

Super Sache, vielen Dank für die genialen Artikel!

Reply

Leave a Comment

Previous post: Saitensprünge

Next post: Mysterium Lagenwechsel Teil 7