Wie bereits in Teil 2 angekündigt, wenden wir uns nun schwierigeren Problemen der Geläufigkeit zu. Zu diesem Zweck habe ich einen kleinen Aufgang aus dem ersten Satz des Violinkonzerts von Sibelius herausgesucht:

Im Original notiert sind Sextolen, auch hier bin ich wieder an die Grenzen meines Freeware Notationsprogramms gestoßen. Wir müssen leider mit Triolen vorliebnehmen.
Wie wir sehen, greifen die bisherigen Übungen nicht wirklich bei einem kurzen Aufgang. Bis wir uns im Rhythmus eingependelt haben, ist der Lauf auch schon wieder vorbei.
Ich setze bei den folgenden Übungen voraus, dass die Intonation bereits sitzt und die Lagenwechsel einzeln geübt wurden. Wir rollen den Lauf jetzt quasi von hinten auf und fangen nach dem letzten Lagenwechsel an:

Hierbei gilt wie immer: Originalstrich und korrekter Fingersatz. Diese drei Töne werden im Tempo gespielt. Nicht wesentlich langsamer. Wenn es Intonationsprobleme gibt, müssen die Töne noch weiter einzeln auf Sauberkeit geübt werden.
Wenn dieses Fragment klappt, erweitern wir nach vorne:

Wir starten jetzt beim Lagenwechsel davor, also auf dem Cis. Wieder auf den richtigen Strich achten und das Originaltempo wählen.
Danach geht es weiter, in dem wir wieder ein Stückchen “drankleben”:

Wir beginnen abermals nach einem Lagenwechsel, um eine gewisse Struktur in die Übeweise hineinzubekommen, dieses Mal auf dem D, also in der dritten Lage.
Wenn wir recht sicher diese Folge spielen können, erweitern wir den Lauf zum letzten Mal:

Somit haben wir, bis auf die ersten beiden Töne, den kompletten Lauf auf eine andere Weise geübt, als wir normalerweise herangehen würden. Genau das ist es aber, was den Übeeffekt ausmacht:
Wir müssen das Gehirn beschäftigen, nur so lernen wir.
Viel Vergnügen beim Ausprobieren!
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