Um einige weitere Übemethoden zu demonstrieren, gehen wir im Brahms-Konzert einige Takte weiter:

Konzentrieren wir uns heute auf den ersten Aufgang, der schon schwierig genug ist, wenn wir ihn wirklich gut spielen wollen.
Eine gewisse Grund-Intonation sollte vorhanden sein. Notfalls müssen wir die Noten Intervall für Intervall üben, wie wir es bereits hier getan haben.
Ein sehr schwieriger Punkt dieses Aufgangs ist der Sprung von der letzten Sechzehntel in den Akkord. Nachdem die Töne des Akkords geklärt sind, müssen wir von der ersten Lage in die dritte Lage gelangen, um diesen Akkord spielen zu können. Wir üben auch das wieder in kleinen Abschnitten:

Nach vier oder fünf Wiederholungen vergrößern wir den Abschnitt:

Bitte achten Sie darauf, dass Sie den Original-Strich und -Fingersatz spielen. Andernfalls üben Sie Dinge, die Sie im Zusammenhang niemals benötigen.
Wenn wir sicherer geworden sind, können wir uns den gesamten Lauf vornehmen. Wir hatten uns in einem älteren Beitrag schnelle Vierergruppen angeschaut und wie wir sie am besten bewältigen können. Ich hatte dort auch etwas genauer die Übeweise erklärt. Diese rhythmischen Veränderungen können wir jetzt einsetzen.
Beginnen wir mit der ersten:

Achten Sie bitte auch hier darauf, dass Sie immer den richtigen Fingersatz und Strich spielen, was mitunter schwierig sein kann, wenn Sie den Rhythmus verändern. Der Übe-Effekt ist jedoch sehr groß.
Beim Tempo sollten wir darauf achten, dass wir die Sechzehntel mindestens im Originaltempo, das wir uns ausgesucht haben, üben. Angenommen, wir haben uns Viertel=60 ausgewählt. Durch die rhythmischen Veränderungen wechselt unser Takt von einem 3/4 in einen 3/8 bzw. 12/8-Takt. Wir müssen also Achtel zählen, das Metronom somit auf Achtel=120 stellen.
Wenn wir einige Wiederholungen fehlerfrei bewältigt haben, gehen wir zur nächsten Rhythmus-Version:

Das wird schon etwas schwieriger, da sich der Rhythmus verschiebt. Nach einigen Wiederholungen kommt wieder eine etwas leichtere Formel:

Wenn wir diese Formel unfallfrei hinter uns und noch genügend Kraft und Konzentration übrig haben, kommt die schwierigste Version an die Reihe:

Widerstehen Sie der Versuchung, vorher schon den Aufgang zusammensetzen zu wollen. Spielen Sie die komplette Passage erst dann im Zusammenhang, wenn Sie die letzte Formel einige Male fehlerfrei hinter sich gebracht haben. Wenn Sie sich genau daran halten, garantiere ich Ihnen ein völlig neues – und besseres – Spielgefühl bei diesem Aufgang.
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Geigenunterricht, Brahms












