Das Üben im Meeting Teil 2

by Stefan Maus on August 12, 2008

Mein Artikel über das Üben im Meeting hat größere Kreise gezogen, als ich ursprünglich vermutet hatte. Die Bilder, die ich anfangs mitgeliefert hatte, bedürfen offenbar noch einiger Erläuterungen. Um die Erklärungen etwas zu vereinfachen, stelle ich noch drei weitere Fotos hinein, dieses Mal aus einem anderen Winkel aufgenommen.

Wir starten wieder mit unserer Grundhaltung. Das sieht dann mit einem Kugelschreiber in etwa so aus:

meeting01

Der kleine Finger ist nicht sichtbar, steht jedoch rund auf der “Bogenstange”, genau so, wie wir im Normalfall unseren Bogen halten.
Nun strecken wir alle Finger, bis sie annähernd gerade stehen:

meeting02

Auch der kleine Finger ist nun gerade, der Zeigefinger jedoch noch etwas rund, da wir versuchen sollten, die Haltung im wesentlichen beizubehalten. Wenn alle Finger gerade wären, würden wir uns zu weit von der eigentlichen Haltung entfernen.
Jetzt ziehen wir alle Finger an die Hand heran:

meeting03

Diese Haltung ist nicht natürlich, wir benötigen sie im Normalbetrieb auf der Geige nicht in diesem Maße. Jedoch ist der Trainingseffekt für eine flexible Handhaltung sehr groß. Die Finger werden gezwungen, die Bewegung auszuführen, die für unsere Stoßdämpfung erforderlich ist.
Ich habe hier die beiden Extreme abgebildet, um klar zu zeigen, wie sich die Fingerhaltung im Laufe dieser Übung verändert. Weiter heranziehen lassen sich die Finger nicht, da der Kugelschreiber bereits Kontakt mit den Fingerwurzeln hat.
Es kommt bei dieser Übung nicht darauf an, möglichst große Bewegung zu vollführen. Es geht darum, dass durch ständige Wiederholung die Finger gelockert werden und somit eine Bogenübung ohne Bogen entsteht.

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{ 4 comments… read them below or add one }

Tabea 08.18.08 at 13:56

Den Ausführungen ist noch hinzufügen:
Bei der Bewegung immer auf Daumen und ´kleinen Finger achten.

Eigentlich brauchen nur diese angezogen, bzw. gestreckt werden- alle anderen Finger sind dann gezwungen zu folgen.

Dann funktioniert das ganze sogar ohne Stift!

Gutes Training

Tabea

Stefan Maus 08.18.08 at 14:10

Das interessante bei der Ausführung der Übung mit einem Stift liegt darin, dass die Finger nicht nur gezwungen sind, zu folgen. Es geht dabei auch um die Position der einzelnen Finger.
Wenn ich den Stift weglasse, kann ich zwar auch die Finger rund und wieder gerade machen, jedoch ist die Gefahr recht groß, dass ich den Abstand der Finger zueinander verändere. Und das passiert besonders leicht, wenn ich noch nicht so viel Übung habe. Sicherer ist es also mit Stift, möglich jedoch auch ohne.
Aber vielen Dank für den “Input”!

Tabea 08.20.08 at 8:45

Da gebe ich dir recht.

Ich vergaß auch zu erwähnen, dass, falls man die Übung ohne Stift machen will, natürlich erst Daumen und Mittelfinger einen Ring bilden müssen. Dann zieht man tatsächlich nur den kleinen Finger und den Daumen hoch. Der Rest geht automatisch.

Übrigens an Ungeübte eine Warnung: man kann sich sogar mit diesen Übung die Fingergelenke bei ständiger Ausführung überanstrengen. Als ich den Fingerstrich neu üben wollte, habe ich oft diese Übung gemacht. Und anschließend das Fingerwurzelgelenk des kleinen Fingers etwas “verstaucht”.

Also immer vorsichtig und nicht übertreiben!

Tabea

cassia 08.20.08 at 16:33

“Übrigens an Ungeübte eine Warnung: man kann sich sogar mit diesen Übung die Fingergelenke bei ständiger Ausführung überanstrengen. ”
Stimmt, konnte ich gestern bei einer waaaahnsinnig interessanten Fortbildung spüren :-) Aber es geht immer besser (nur für 2 Stunden Vortrag hat es nicht gereicht), mittlererweile sogar ein bisschen (mit Gewichtsunterstützung) mit dem Bratschenbogen!

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