Das Vibrato Teil 2

by Stefan Maus on August 25, 2008

Um das Vibrato und die damit verbundenen Techniken und Anwendungsgebiete besser verstehen zu können, müssen wir zunächst einige Begriffe klären.

Bei der physikalischen Beschreibung von Wellen (in unserem Falle Tönen) unterscheiden wir zwischen drei Hauptbegriffen:
Frequenz, Wellenlänge und Amplitude.
Die Frequenz eines Tones ist gleichbedeutend mit der Tonhöhe. Je höher die Frequenz, desto höher der Ton. Frequenz ist, vereinfacht ausgedrückt, nichts anderes als die Anzahl von Schwingungen pro Zeiteinheit. Für Musiker sind das Hz, also Schwingungen pro Sekunde.
Die Wellenlänge ist für uns uninteressant. Sie hängt direkt von der Frequenz ab. Je höher die Frequenz, desto niedriger bzw. kleiner die Wellenlänge, nur der Vollständigkeit halber.
Die Amplitude ist die Schwingungsweite, also wie groß die Schwingungen vom Ruhezustand abweichen, ebenfalls vereinfacht ausgedrückt. Für Töne gilt: Je größer die Amplitude, desto lauter der Ton. Die Amplitude entspricht also dem Schalldruck, den wir erzeugen.

Beim Vibrato geht es jedoch um die Beschreibung von Bewegungen, so dass die Definition unserer Begriffe angepasst werden muss.
Die Frequenz unseres Vibratos bedeutet die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Je schneller ich “wackele”, desto höher ist die Vibrato-Frequenz.
Die Amplitude des Vibratos ist gleichbedeutend mit der Größe meiner Hand- bzw. Armbewegung.

Daraus folgt:
Wenn ich meine Vibrato-Frequenz verändere, verändert sich am Ton eigentlich nichts. Nur der Eindruck, den der Hörer bekommt.
Wenn ich jedoch die Amplitude meines Vibratos verändere, habe ich keinesfalls eine Schalldruck-Änderung sondern vielmehr eine größere Frequenzänderung des Tones, da ich meine Hand stärker bewege.

Bei allen weiteren Betrachtungen werde ich mich physikalisch begrifflich auf die Beschreibung des Vibratos beziehen, nicht auf die Töne.

Ich will Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch nicht mit diesem Crash-Kurs “Wellenmechanik für Vibrateure” entlassen. Als kleiner Vorgeschmack auf das Kommende:

Nach allem, was wir bisher gelesen haben, ist klar: Ein Vibrato ist eine kontrollierte und möglichst gleichmäßig schwingende Tonhöhenveränderung.
Diese Schwingung wird durch den jeweiligen Finger erzielt, der den Ton greift, der gerade erklingt. Dabei darf der Finger aus klanglichen Gründen keinesfalls die Griffstelle verlassen. Er bleibt stehen!

Wie bewerkstelligen wir das? Wie kommt ein Vibrato zustande, ohne dass wir auf der Saite auf- und abrutschen?
Das und vieles mehr in der nächsten Folge - demnächst in diesem Theater! :)

Technorati Tags:
,

Share and Enjoy:
  • E-mail this story to a friend!
  • Print this article!
  • StumbleUpon
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • blogmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • TwitThis

Related posts

{ 1 comment… read it below or add one }

cassia 08.25.08 at 15:26

Du machst es ja spannend! Immer diese Cliffhanger…..
“I will survive” ist übrigens wirklich witzig! Ist ein Milchaufschäumer? Dachte erst, es sei ein Dremel und er sägt die Geige durch:-)

Leave a Comment

You can use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>