Nach unserem Ausflug in die Tonleitern kümmern wir uns wieder um unsere Haltung. In letzter Zeit häufen sich die Anfragen bezüglich der linken Hand im allgemeinen und des Daumens und Zeigefingers im besonderen.
Wichtig ist, dass wir von einer möglichst lockeren Hand ausgehen. Jegliche Verkrampfung wäre schädlich für eine gute und bequeme Haltung. Wir halten unsere Hand möglichst ohne Anspannung:

Dort legen wir die Geige hinein, wenn möglich, ohne viel an dieser Haltung zu verändern:

Dadurch steht der Daumen mehr oder weniger gegenüber des Zeigefingers, je nach Anatomie unserer Hand. Der Daumen soll so locker wie möglich stehen, ohne nach oben oder nach unten verschoben zu werden.
Wie weit der Daumen nach oben oder nach unten ragt, hängt maßgeblich davon ab, wie lang er ist. Die Hauptsache dabei ist aber: Er ist locker.
Der Zeigefinger sieht folgendermaßen aus:

Er hat an der Fingerwurzel leichten Kontakt zum Geigenhals. Keinesfalls sollten wir versuchen, ihn vom Hals wegzustrecken, da dadurch wieder eine zusätzliche Anspannung entstehen würde.
Nicht jede Hand wird exakt so aussehen wie die auf dem Foto. Jede Hand ist anders gebaut. Wenn sie aber locker gehalten wird, sollte sie zumindest so ähnlich aussehen, denn jegliche Verkrampfung würde Schwierigkeiten beim Vibrato, bei Lagenwechseln und bei der Intonation mit sich bringen.
Sollten Sie Fragen haben, über einen Kommentar würde ich mich freuen!













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Hey,
mal wieder ein supererklärender Artikel.
Hilft mir wieder unheimlich, dankeschön
Habe Sie vielleicht auch einen Tip für folgendes Problem: Wenn man den Daumen zu fest als Gegengewicht zu den Greiffingern gegen den Hals presst und dadurch Verspannungen am Daumenballen verursacht. Ich habe mir das leider vor kurzer Zeit(ich weiß nicht wie, wahrscheinlich durch zu verkrampftes Doppelgriffe und Läufe üben )angewöhnt und kämpfe damit diese furchtbare neu erworbene Eigenschaft loszuwerden
Das ist per Ferndiagnose immer sehr schwierig zu beurteilen, weil es manchmal auch an der Handhaltung liegen kann.
Ich rate aber dazu, dass Sie sich in diesem Fall auf grundlegende Übungen besinnen, um sich besser auf dieses Problem konzentrieren zu können.
Ich habe in diesem Artikel einige Übungen aufgeschrieben, die zwar primär für die Geschwindigkeit gedacht sind, jedoch zweckentfremdet werden können.
Dabei ist wichtig, dass Sie sich hundertprozentig darauf konzentrieren, nicht mehr zu stark zu drücken. Erst nach einigen Tagen konsequenten Übens würde ich wieder auf die regulären Tonleitern umschwenken.
hmm… danke. Ja, ich glaube ich halte meinen Daumen zu weit über das Griffbrett überstehend und wenn mich eine Stelle sehr fordert, beginne ich mit dem überstehenden teil des Daumens meinen Geigenhals zu umfassen, unterbewusst natürlich. Das hat mein Lagenspiel/Lagenwechsel sehr behindert und mein Vibrato wurde grauenhaft verkrampft! Jetzt will ich mir angewöhnen den Daumen nicht so hoch zu halten und mit ihm nicht den Geigenhals zu umfassen. Danke für die Tipps, ich werde die von dir vorgeschlagenen Übungen machen, damit ich mich voll und ganz auf mein “Problemchen” konzentrieren kann. So homophone Skalen aus Fleschs Skalensystem (in den unteren Lagen halt) gehen aber auch, oder? Damit ich nicht ganz an dem, was mein Lehrer von mir will(Präludium und Allegro/Kreisler, Flesch,bla bla bla,…), vorbeiübe
Danke nochmals war eine coole und schnelle Hilfe
Habe gerade diesen Blog gefunden und bin sehr begeistert.
Meine 7-jährige Tochter spielt seit November letzten Jahres Geige und dies mit viel Begeisterung. Sie hat recht schnell gelernt (soweit ich das beurteilen kann) und spielt bereits mit 4 Fingern in der ersten Lage.
Nun meine Frage: bei der Haltung der linken Hand passiert es ihr, dass sie den zweiten Finger zu sehr kippt, also die obere Fingerkuppe regelrecht einknickt. Woran kann das liegen und welche Übung könnte sie machen, um dies zu vermeiden?
Manchmal ist es so, dass in der Anfangsphase die Finger noch nicht kräftig genug sind. Vielfach ist es dann so, dass wir das erste Fingerglied einknicken. Das passiert auch gerne dann, wenn wir nicht den zweiten Finger spielen sondern bei stehendem zweiten den dritten mit dazunehmen.
Ich würde das Problem isolieren. Also z.B.
1-2-1-2-1-2 usw. spielen. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Griffart (also mit Halbton zwischen 1 und 2)
Dann würde ich den zweiten Finger setzen und den dritten dazunehmen. Also
2-3-2-3-2-3 usw. Auch hierbei wieder erste und zweite Griffart.
Anfangs nicht zu schnell, so dass Ihre Tochter darauf achten kann, dass der Finger ja nicht einknickt. Im Laufe der Zeit dann immer schneller werden.
Mit dieser Übung sollte sie es bei konsequentem täglichen Üben (nicht mehr als eine oder zwei Minuten) sehr schnell schaffen, sich das Einknicken abzugewöhnen und genügend Kraft aufzubauen, so dass der Finger rund stehenbleibt.
Das ganze dann auf allen vier Saiten und nie zu lange sondern mit kleinen Pausen üben. Dann wird es klappen.
Vielen Dank! Wir haben dies schon ausprobiert und es klappt sehr gut!