Die höheren Lagen

by Stefan Maus

Bevor wir uns mit dem Vibrato in die höheren Lagen begeben, will ich noch einige Fotos der linken Hand liefern, denn das Spiel in den höheren Lagen unterscheidet sich in der Handhaltung sehr deutlich von unserer gewohnten Haltung bis zur vierten Lage.

Sie erinnern sich vielleicht daran, wir hatten uns in Teil 3 der Lagenwechsel-Serie die Handhaltung genauer angeschaut.
In den unteren Lagen sah die Handhaltung in etwa so aus:

hand01.jpg

Das Handgelenk ist mehr oder weniger gerade, der Daumen steht gegenüber vom Zeigefinger. Von vorn aufgenommen:

hand02.jpg

Der Arm hängt relativ entspannt nach unten.
Das gilt generell für die Lagen 1 bis 4. Wenn wir höher rutschen, stoßen wir, wenn wir diese Lagentechnik anwenden, in der fünften Lage an den Korpus der Geige. Es geht nicht mehr höher, ohne Veränderungen an der Handhaltung vorzunehmen, denn wir müssen mit der Hand an der Zarge vorbeikommen.
Der Daumen wandert ab der fünften Lage aufwärts unter den Hals der Geige, bis er ans Holz stößt. Dort bleibt er für die höheren Lagen stehen.
Der Arm wird nach innen gedreht, vom Spieler aus gesehen also nach rechts, damit die Hand nicht am Korpus hängenbleibt.
Die Hand wird etwas nach oben geschoben, damit wir auch noch in den höheren Lagen vibrieren können, ohne ständigen Kontakt mit dem Holz der Geige zu haben.

hand03.jpg

Achten Sie bitte auf die Position des Daumens:

hand04.jpg

Nur so kommen wir ohne Komplikationen in die Lagen oberhalb der fünften.
Hier noch einmal von der Seite aufgenommen:

hand05.jpg

Durch die Beugung des Handgelenks kann die Hand weiter nach oben rutschen, ohne durch die Geige behindert zu werden.
Denken Sie bitte daran: Der Daumen bleibt ab der fünften Lage aufwärts nach Möglichkeit unter dem Hals stehen. Die Lagenwechsel abwärts sind damit durch ein einfaches Zusammenziehen der Hand zu bewerkstelligen.
Sobald Sie die höheren Lagen verlassen, nehmen Sie den Daumen wieder nach unten mit. Lassen Sie ihn nicht oben stehen. Das klingt trivial, ich habe es jedoch schon häufig beobachtet.

Wenn Sie diesen “Umbau” der Hand trainieren möchten, empfehle ich wieder Sevcik op.8, den wir bereits hier behandelt haben. Sie können anhand dieser Übungen sehr gut den Bewegungsablauf erlernen und weiter perfektionieren.

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