Die verhasste Tonleiter Teil 3

by Stefan Maus

Legen wir bei unseren Tonleitern den zweiten Gang ein, liebe Leserinnen und Leser. Oder besser: die zweite Seite.
Wenn wir umblättern, stoßen wir auf die Tonleiter über drei Oktaven und alle vier Saiten. Das Übe-Prinzip ist dasselbe wie auf der ersten Seite, ebenso die Tempi. Wir nehmen uns jeden Aufgang, jeden Dreiklang einzeln vor und gehen erst dann weiter, wenn wir alle Geschwindigkeiten bewältigt haben.

Beginnen wir mit der Tonleiter:

flesch201.jpg

Das sind recht lange Bindungen, wenn wir das Tempo 56 zugrunde legen. Der Trainingseffekt auf eine ruhige Bogenführung ist jedoch enorm.
Nach einer Wiederholung gehen wir weiter in die Viertel:

flesch202.jpg

Auch hier wiederholen wir nach Bedarf. Um mit dem Strich nicht durcheinander zu kommen, müssen wir bei den Triolen etwas umstellen. Wir binden nur noch vier Schläge:

flesch203.jpg

Ggf. können Sie nach einigen Wochen der Übung noch einmal die Geschwindigkeit verdoppeln.
Erst nach dieser Tonleiter gehen wir weiter in die Dreiklänge und beginnen mit der Moll-Tonika:

flesch204.jpg

Das ist vom Bogenstrich deutlich leichter, weil wir nur noch zwei Schläge auf einem Bogen unterbringen müssen.
Das nächste Tempo sieht folgendermaßen aus:

flesch205.jpg

Nach einigen Wiederholungen spielen wir diesen Dreiklang in Triolen:

flesch206.jpg

Auch hier können wir nach einigen Wiederholungen bei Bedarf die Geschwindigkeit verdoppeln. Aber erst, wenn wir sicher genug in den Achtel-Triolen spielen können.
Erst danach kommt die Dur-Tonika an die Reihe, gefolgt von der Parallelen, der Subdominante und der Moll-Subdominante.

Danach gehen wir weiter in den verminderten Akkord:

flesch207.jpg

Dieser gebrochene Akkord ist schwierig zu spielen. Weniger aus technischen Gründen als vielmehr aus Gründen des Gehörs. Wir werden in der Musikliteratur eher selten mit verminderten Akkorden konfrontiert und sind deshalb weniger geübt, was das Hören angeht.
Bevor wir schneller werden, sollten wir also eine sehr sichere Intonation haben:

flesch208.jpg

Und wir verdoppeln weiter:

flesch209.jpg

Eine weitere Verdoppelung ist sehr schwierig, weil wir jetzt in die Zweiunddreißigstel kommen. Es ist durchaus möglich, erfordert aber mehr Übeaufwand als die Sechzehntel-Triolen in den Dreiklängen.
Der folgende Septakkord wird in gleicher Weise geübt.

In der nächsten Woche schauen wir uns die restlichen Takte auf dieser zweiten Seite an.

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{ 6 comments… read them below or add one }

Sophia March 23, 2009 at 20:51

Warum heißt es eigentlich “die verhasste Tonleiter”? Sooo schlimm ist Tonleitern üben nun wirklich nicht.

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Carolin March 23, 2009 at 22:49

aber schrecklich langweilig:-)

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Stefan Maus March 24, 2009 at 1:07

Ich habe immer das Stöhnen vieler Schüler in den Ohren, wenn sie nur das Wort Tonleiter hören…

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Cassia March 24, 2009 at 7:01

Ich mag Tonleitern! Ich mag auch Etüden und die Daily Exercises von Sitt, also: mehr davon :-)

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Herald March 25, 2009 at 10:46

diese Übungen machen mir sehr viel Spaß. Diesmal gibst Du keine Fingersätze an. Sind die von Flesch in Ordnung?

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Stefan Maus March 25, 2009 at 13:19

Da Flesch hierbei relativ komplette Fingersätze abdruckt, habe ich dieses Mal darauf verzichtet. Fleschs Fingersätze sind für sein Skalensystem sozusagen State of the Art.
Wenn Du Dich an den oberen Fingersatz hältst (wenn zwei abgedruckt sind) liegst Du goldrichtig.

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