Legen wir bei unseren Tonleitern den zweiten Gang ein, liebe Leserinnen und Leser. Oder besser: die zweite Seite.
Wenn wir umblättern, stoßen wir auf die Tonleiter über drei Oktaven und alle vier Saiten. Das Übe-Prinzip ist dasselbe wie auf der ersten Seite, ebenso die Tempi. Wir nehmen uns jeden Aufgang, jeden Dreiklang einzeln vor und gehen erst dann weiter, wenn wir alle Geschwindigkeiten bewältigt haben.
Beginnen wir mit der Tonleiter:

Das sind recht lange Bindungen, wenn wir das Tempo 56 zugrunde legen. Der Trainingseffekt auf eine ruhige Bogenführung ist jedoch enorm.
Nach einer Wiederholung gehen wir weiter in die Viertel:

Auch hier wiederholen wir nach Bedarf. Um mit dem Strich nicht durcheinander zu kommen, müssen wir bei den Triolen etwas umstellen. Wir binden nur noch vier Schläge:

Ggf. können Sie nach einigen Wochen der Übung noch einmal die Geschwindigkeit verdoppeln.
Erst nach dieser Tonleiter gehen wir weiter in die Dreiklänge und beginnen mit der Moll-Tonika:

Das ist vom Bogenstrich deutlich leichter, weil wir nur noch zwei Schläge auf einem Bogen unterbringen müssen.
Das nächste Tempo sieht folgendermaßen aus:

Nach einigen Wiederholungen spielen wir diesen Dreiklang in Triolen:

Auch hier können wir nach einigen Wiederholungen bei Bedarf die Geschwindigkeit verdoppeln. Aber erst, wenn wir sicher genug in den Achtel-Triolen spielen können.
Erst danach kommt die Dur-Tonika an die Reihe, gefolgt von der Parallelen, der Subdominante und der Moll-Subdominante.
Danach gehen wir weiter in den verminderten Akkord:

Dieser gebrochene Akkord ist schwierig zu spielen. Weniger aus technischen Gründen als vielmehr aus Gründen des Gehörs. Wir werden in der Musikliteratur eher selten mit verminderten Akkorden konfrontiert und sind deshalb weniger geübt, was das Hören angeht.
Bevor wir schneller werden, sollten wir also eine sehr sichere Intonation haben:

Und wir verdoppeln weiter:

Eine weitere Verdoppelung ist sehr schwierig, weil wir jetzt in die Zweiunddreißigstel kommen. Es ist durchaus möglich, erfordert aber mehr Übeaufwand als die Sechzehntel-Triolen in den Dreiklängen.
Der folgende Septakkord wird in gleicher Weise geübt.
In der nächsten Woche schauen wir uns die restlichen Takte auf dieser zweiten Seite an.













{ 6 comments… read them below or add one }
Warum heißt es eigentlich “die verhasste Tonleiter”? Sooo schlimm ist Tonleitern üben nun wirklich nicht.
aber schrecklich langweilig:-)
Ich habe immer das Stöhnen vieler Schüler in den Ohren, wenn sie nur das Wort Tonleiter hören…
Ich mag Tonleitern! Ich mag auch Etüden und die Daily Exercises von Sitt, also: mehr davon
diese Übungen machen mir sehr viel Spaß. Diesmal gibst Du keine Fingersätze an. Sind die von Flesch in Ordnung?
Da Flesch hierbei relativ komplette Fingersätze abdruckt, habe ich dieses Mal darauf verzichtet. Fleschs Fingersätze sind für sein Skalensystem sozusagen State of the Art.
Wenn Du Dich an den oberen Fingersatz hältst (wenn zwei abgedruckt sind) liegst Du goldrichtig.