Die verhasste Tonleiter Teil 4

by Stefan Maus

Uns fehlt noch der Rest der Tonleitern über alle vier Saiten, wie sie in Fleschs Skalensystem abgedruckt sind.
Nach unserem D7 (Dominantseptakkord) fahren wir weiter fort:

flesch210.jpg

Wir haben hier, ähnlich wie auf der ersten Seite, gebrochene Terzen vorliegen. Dieses Mal allerdings über alle vier Saiten. Die Fingersätze, die Flesch angibt, sind ausgezeichnet. Wenn Sie eine Ausgabe haben, in der zwei Möglichkeiten angegeben sind, nehmen Sie den oberen Fingersatz.
Wir binden vier Schläge (Viertel) auf einen Bogen. Nach einer oder zwei Wiederholungen geht es in die Verdoppelung, genau wie in den vorigen Beispielen:

flesch211.jpg

Wenn diese Version sicher sitzt, verdoppeln wir weiter:

flesch212.jpg

Das Prinzip bleibt gleich. Wenn Sie fit genug sind, können Sie weiter verdoppeln, wieder mit vier Schlägen auf einem Bogen. Die Version mit den Zweiunddreißigsteln ist jedoch schwierig zu spielen, wenn wir Pfusch vermeiden wollen. Möglicherweise benötigen Sie einige Wochen, bis die schnellste Variante gut und sauber klingt.

Zum Schluss kommt der unangenehmste Teil: die Chromatik.
Unangenehm deshalb, weil wir zum einen nicht so geübt sind, Chromatik zu hören, da sie nicht so häufig in Tonleiterform in der Literatur auftritt. Zum anderen ist es rein technisch schwierig, in höheren Lagen derart eng zu greifen, weil die Finger schlicht zu dick sind. Wir müssen also ggf. die Finger ungewohnt eng zusammenstellen
Auch hier beginnen wir in der langsamen Version:

flesch213.jpg

Manchmal wird das ces auch als h geschrieben oder das ges als fis. Lassen Sie sich nicht dadurch beirren, die Töne sind in diesem Fall gleich. Auch hier ist der von Flesch angegebene Fingersatz sehr gut.
Die Verdoppelung sieht so aus:

flesch214.jpg

Hören Sie genau zu, ob die Intonation korrekt ist. Notfalls hilft der Vergleich mit leeren Saiten.
Bei einer weiteren Verdoppelung müssen wir die Anzahl der Schläge auf einen Bogen anpassen, damit die Tonleiter angenehmer und organischer spielbar wird:

flesch215.jpg

Drei Schläge auf einen Bogen sind hierbei optimal. Eine weitere Verdoppelung ist durchaus möglich, wenngleich mit großem Übeaufwand verbunden.

Überhaupt setzt das konsequente Üben von Tonleitern einen gewissen Aufwand voraus. Vor allem brauchen wir eine große Selbstdisziplin, um nicht hier und da eine Tonleiter wegzulassen, weil die Zeit nicht reicht, oder weil wir gerade keine Lust haben.

Halten Sie durch! Tonleitern verbessern unser Spiel immens, allerdings nicht innerhalb von zwei Tagen. Die tägliche Auseinandersetzung mit der Technik ist es, die uns weiterbringt und am Ende zum Erfolg führt.

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