Mysterium Lagenwechsel Teil 4

by Stefan Maus

Der tschechische Violinpädagoge Otakar Sevcik hat ein umfangreiches Lehrwerk hinterlassen. Für uns interessant im Zusammenhang mit dieser Serie sind seine Lagenwechsel und Tonleiter-Vorstudien Op.8. Leider habe ich meine Ausgabe zur Zeit an eine Schülerin verliehen und muss nach dem Gedächtnis arbeiten, weiß also demzufolge nicht die exakte Nummer der folgenden Übung:
LW3
Bei Sevcik abgedruckt ist lediglich der Takt 3, dieser jedoch auch von der 2. in die 4. Lage, der 3. in die 5. Lage usw. und das auf allen Saiten. Ich habe der Übersichtlichkeit halber das Tempo halbiert. Die oben abgebildete Version ist auch die von mir unterrichtete Methode, bei Bedarf auch mit einer weiteren Verdoppelung des Tempos. Erst nach dieser Zeile erfolgt das Spiel von der zweiten in die vierte Lage usw. Damit ist gewährleistet, dass die Schüler sich ausreichend an die Abstände gewöhnen, bevor der Schritt in die nächste Lage geschieht.
Schauen wir uns einmal Takt 2 genauer an. Wir sehen hier einen Lagenwechsel, der vom ersten Finger in der ersten Lage zum vierten Finger in der dritten Lage geht. Er entspricht also dem Lagenwechsel in unserem Beispiel aus dem vorigen Beitrag (Teil 3).
Wir erinnern uns – korrekt ausgeführt rutschen wir auf dem ersten Finger in die dritte Lage, also zum “g” und lassen danach den vierten Finger auf das “c” fallen.
Nichts anderes wird bereits in Takt 1 vorbereitet. Das ist es, was Sevcik bei näherer Betrachtung auszeichnet: Wir üben die korrekte Ausführung eines Lagenwechsels, ohne es wirklich zu realisieren.
Gespielt wird die Übung also folgendermaßen:
LW4
Ich habe hier wieder zur Verdeutlichung den Zwischenton als punktierten Rhythmus dargestellt. Wir sehen, der Lagenwechsel in Takt 2 (1-1-4) entspricht exakt dem bereits in Takt 1 gespielten Lagenwechsel (1-1-4)
Ich möchte bei dieser Gelegenheit jedem fortgeschrittenen Schüler das Werk “Lagenwechsel und Tonleiter-Vorstudien” op.8 von O. Sevcik ans Herz legen. Dieses Heft ist bei richtigem Gebrauch der Grundstein für eine solide Lagenwechsel-Technik, die auch bei großen Sprüngen quer durch die Lagen niemals kapitulieren wird.
In der nächsten Folge beschäftigen wir uns mit den bereits in Teil 3 angesprochenen Ausnahmen bei den Zwischentönen.

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