Mysterium Lagenwechsel Teil 7

by Stefan Maus

In unserer Lagenwechsel-Serie Teil 6 haben wir uns mit dem Quasi-Standard auseinandergesetzt, wie wir vom ersten Finger auf einen anderen Finger einer höheren Lage rutschen.
Heute wollen wir einmal einen anderen Lagenwechsel aus dem Mendelssohn-Konzert beleuchten. Aus dem zweiten Satz habe ich Takt 31 und 32 herausgesucht, die Fingersätze habe ich wie in der Oistrach-Ausgabe belassen:

Mendelssohn1
Wir müssen von der dritten Lage vom zweiten Finger B auf den ersten Finger H rutschen und gleich danach vom zweiten Finger C zum ersten Finger D, so dass wir am Ende in der sechsten Lage stehen.
Unsere Regel lautet, grundsätzlich auf dem zuletzt gespielten Finger nach oben zu rutschen. Das wäre der zweite Finger B zum zweiten Finger in der vierten Lage. Wir würden auf dem C landen, also höher als unser Zielton H, zu dem wir eigentlich wollen.
Dasselbe würde mit dem nächsten Lagenwechsel geschehen, nur zwei Lagen höher, von der vierten in die sechste Lage.

Das klingt sehr hässlich. Wir benötigen aus diesem Grunde unsere Ausnahme aus Teil 5, bei der wir auf dem Zielfinger nach oben gleiten:

Mendelssohn2

Ich habe hier auf die Darstellung in punktierter Form verzichtet, da es zu unübersichtlich werden würde. Die Ausführung geht also folgendermaßen:
Wir bleiben zunächst in der dritten Lage und rutschen auf dem Zielfinger, das ist der erst Finger, vom A (denn wir stehen ja noch in der dritten Lage) zu unserem Ziel H in der vierten Lage.
Der nächste Lagenwechsel geschieht ebenso, vom ersten (Ziel)Finger H in die sechste Lage D.

Dabei ist aber zu beachten, dass dieser Rutscher sehr weich und fast “nebensächlich” geschieht. Im Endeffekt sollte er dabei fast unhörbar sein.

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