Wie übe ich schnelle Passagen? Teil 2

by Stefan Maus

In der letzten Folge haben wir uns mit Vierergruppen beschäftigt, heute wenden wir uns einer anderen, fast ebenso häufig auftretenden Spezies zu: den Sechsergruppen.

Schauen wir uns einmal folgendes Beispiel an – das Presto aus der g-Moll-Sonate von J.S.Bach:

Bach-2

Wir haben hier im 3/8-Takt eine schier endlose Kette von Sechzehntelnoten vorliegen, die sich fast durch das gesamte Stück hindurchziehen. Auch hier können wir auf Ivan Galamians “Rhythm and Bowing Patterns” zurückgreifen und haben als erste Möglichkeit z.B. diese Folge:

Bach-3

Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Vierergruppen – zunächst sind wir in einem ungeraden (3/8) Takt und üben danach mit diesen Gruppen in einem geraden (2/4) Takt. Als nächste Möglichkeit kommt z.B. diese Folge in Frage:

Bach-4

Das sollten wir fortsetzen mit dieser Formel:

Bach-5

Und auch hier zum Schluss wieder eine schwierigere Version für die Rhythmus-Fans unter uns:

Bach-6

Für das Üben der Sechsergruppen gilt dasselbe wie in Teil 1: Jede Formel etwa vier- bis fünfmal wiederholen, nicht zu viele Takte am Stück, und das ganze mit Metronom. Auch hier ist wieder auf strikte Einhaltung der Fingersätze, der Striche, der Bogeneinteilung und Bindebögen zu achten, um den bestmöglichen Übeeffekt zu erzielen.

Ursprünglich sind diese Rhythmus-Veränderungen konzipiert zur Schulung der Koordination von linker und rechter Hand. Die Verbesserung der Geläufigkeit und Geschwindigkeit unter Beibehaltung der Intonation sind eher ein Abfallprodukt dieser Übemethode. Allerdings entstehen viele Probleme der linken Hand nicht etwa links sondern bereits beim Streichen in der rechten Hand. Daher ist auch z.T. der Erfolg dieses Übeschemas zu erklären.
In den weiteren Folgen werden wir uns den etwas komplizierteren Problemen der Geläufigkeit zuwenden. Bis dahin:
Viel Spaß beim Üben!

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